Teilen, Freifunk und Allmende

Ich schreibe derzeit meine Diplomarbeit und dachte, ich erzähle mal was dazu:

Ich bin Kommunikationsdesignerin und daher nicht nur für den grafischen, sondern auch für den konzeptionellen Teil einer Arbeit ausgebildet. Ich studiere an der ecosign Akademie für Gestaltung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat ihren Studenten nachhaltiges Handeln zu vermitteln. Wir sollen die Projekte beispielsweise auf ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Nutzen hin untersuchen und gestalten. Wir werden zum kritischen Denken ausgebildet und lernen, dass wir mit Gestaltung aufmerksam machen können. Menschen verstehen visualisierte Sachverhalte besser, gute Gestaltung kann also dabei helfen ein kompliziertes Thema zu vermitteln, aufzuklären und Verständnis zu wecken.

Praxis

Der praktische Teil meines Diploms ist eine Kampagne für den Freifunk Rheinland e.V. zu erstellen (auf Twitter und Identica @ffrhein), auf Grundlage eines bereits bestehenden Logos. Dieses wurde von Marc Grumpy Olejac gestaltet, der ursprüngliche Entwurf des Freifunk-Logos ist von Monic.

Zweck der Kampagne ist es, dass Menschen die mit Technik nichts zutun haben aber einen Internetanschluss besitzen, für das Thema sensibilisiert werden. Hierfür habe ich Material erstellt, das Freifunk und die Philosophie erklärt. Zur Kampagne gehört eine Internetseite (Laptop und Mobil), Splashscreen, Broschüre, Anschreiben an Kommunen, Aufkleber, Markierungen im urbanen Raum und vieles mehr. Erklärtes Ziel ist es zu zeigen wie Düsseldorf Bilk, sowie der Volksgarten, mit Freifunk vernetzt aussehen können. Dieser Ort wurde ausgewählt, weil dort viele Studenten wohnen und es ein multikulturelles Viertel ist. Außerdem ist die Vernetzung eines riesigen Stadtparks eine spannende Aufgabe, die ich dem Freifunk Rheinland e.V. im Anschluss meines Diploms dringend nahelege.

Theorie

In der Theorie geht um den Erfolg anonymen Teilens, ermöglicht durch Projekte, die im Internet ihren Anstoß gefunden haben. Die Theorie besteht aus zwei Teilen, wobei der erste Teil die Grundlage für den zweiten Teil bildet. Die Erkenntnisse sollen die Grundlage für den Erfolg der praktischen Durchführung sichern.

Hierfür ziehe ich zunächst Bookcrossing, Pumpipumpe und Mundraub als Beispiele heran. Sie entstanden im Internet, ihre Auswirkungen finden jedoch in der Realität statt. So werden bei Bookcrossing Bücher freigelassen, die mit einer ID versehen sind, sodass die Finder online mitteilen können, dass sie das Buch gefunden haben. Pumpipumpe produziert Aufkleber, die an den eigenen Briefkasten geklebt werden können. Darauf abgebildet sind Gegenstände aus dem Haushalt, die man in diesem Haushalt ausleihen kann. Mundraub gibt die Möglichkeit Obstbäume auf einer Landkarte zu markieren, sodass die Menschen in der Umgebung sehen können, welche Früchte sie wo ernten dürfen. Dies sind Projekte, die auf ihre Art verhindern, dass Ressourcen verschwendet werden.

In der Theorie wird untersucht, warum überhaupt geteilt wird. Hier geht es zunächst um Kommunikation und das Internet als Medium. Außerdem werden die Projekte auf Altruismus (Selbstlosigkeit) und indirekt reziprokes Verhalten (die positive Verstärkung nicht durch den Begünstigten, sondern eine dritte Person erhalten) untersucht, um die Beweggründe der Teilnehmer zu erschließen. Die Projekte werden außerdem nach der Verfassung der Allmende von Elinor Ostrom untersucht. Allmende bedeutet gemeinnützig, online ist dies eher bekannt durch das Wort Commons. Die Früchte der Bäume bei Mundraub sind beispielsweise für alle zugänglich und daher Gemeingüter. Elinor Ostrom (1. Frau mit einem Nobelpreis) untersuchte, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit die Allmende möglichst nachhaltig genutzt werden kann. Diese Kriterien werden auf Bookcrossing, Mundraub und Pumpipumpe angewendet um herauszufinden, welche Projekte weshalb am besten funktionieren.

Zusätzlich werden alle Projekte noch im Hinblick auf die Einbindung in die Warenwirtschaft, Subsistenz, Suffizienz, Regionalität, psychologische Rebound-Effekte (nach Niko Paech) und Wohlstand (nach Tim Jackson) untersucht.

Im zweiten Teil der Theorie beschäftige ich mich mit Meshrouting, Communities, Open Source, Freifunk und dem Freifunk Rheinland e.V. Es geht zunächst darum die Geschichte des Freifunk zu erklären und wie innerhalb einer Community gearbeitet wird. Danach werden die Unterschiede zwischen Freifunk und dem Freifunk Rheinland e.V. herausgestellt. So legt der Verein viel Wert darauf, dass die Hemmschwelle für den Bürger möglichst niedrig ist. Dies wiederum ist der Anknüpfungspunkt zum ersten Teil der Theorie, die Erkenntnisse der Erfolge und Misserfolge von Bookcrossing, Pumpipumpe und Mundraub fließen nun in die Gestaltung ein.

 

Ich hoffe, ich hab euer Interesse geweckt und werde nach dem Abschluss meines Studiums schauen, ob und wie ich die Theorie hierzu veröffentlichen kann :-)

Liebe Grüße, Chrissie

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Druck aushalten

Ein Blogbeitrag über meine Strategien in der Arbeit als LaVo.

Arbeiten als LaVo:

Ruhig bleiben – Wer im Vorstand arbeitet, ist meist ein wichtiges Zahnrad. Entscheidungen hängen von einer Position ab, beispielsweise Beschlüsse zu fassen oder sich mit Personen zu beschäftigen. Weil jeder findet, dass sein Anliegen das Wichtigste ist, wird ein hoher Druck aufgebaut. Wenn etwas passiert ist, was die Presse interessiert, gibt es vielleicht mehrere Anrufe gleich hintereinander. Und das nicht nur bei einer Person. In jedem Fall gilt erst mal: Ruhig bleiben! Mit Hektik werden Aufgaben nicht gelöst, es passieren Flüchtigkeitsfehler und man macht eine falsche Aussage. Erst mal die Lage checken und dann anfangen Sachen zu bearbeiten. Und wenn man selbst nicht ruhig genug ist, nimmt man den Hörer in die Hand und ruft eine vertraute Person an.

Gespräche – Wenn man sich über etwas ärgert was gerade im Vorstand passiert, ruft man am besten eine vertraute Person im Vorstand an. Es empfiehlt sich zumindest mit einer Person einen so guten Kontakt zu haben, das man sie anrufen und sich richtig auskotzen kann. Das hilft nicht nur um ruhig zu werden, sondern auch um die Sicht zu klären. Manchmal hat man etwas falsch verstanden und kann dadurch sofort Fragen klären. Auch ist es nur ratsam sich nur bei Kollegen oder schweigsamen Vertrauten über Personen aufzuregen, denn jedes Wort eines Vorstandes liegt auch bei der Basis auf der Goldwaage. Eine Person öffentlich zu verurteilen, kommt manchmal einer Stigmatisierung gleich. Also seid vorsichtig mit euren Worten und gegen wen ihr sie richtet. Seid vor allem vorsichtig, worüber ihr gerade sprecht. Denkt darüber nach, ob ihr einer vertrauten Person, die kein Vorstandsmitglied ist und auch nicht im Schiedsgericht, überhaupt bestimmte Sachverhalte sagen dürft. Wer Vorstand ist, sollte also bei einigen Sachen auch die Schnüss halten können ;-)

Fragen klären – Einmal im Monat habe ich meine Sprechstunde angeboten, um offene Fragen zu klären. Ich fand es sehr hilfreich, da ich daraufhin wusste, welche Probleme der Basis auf dem Herzen liegen. Manchmal muss man als Vorstand sehr schnelle Entscheidungen treffen. Die Folge davon ist, dass sich die Basis nicht eingebunden fühlt und sie nicht versteht, warum welche Entscheidung wie getroffen wurde. In einer Sprechstunde kann man Sachverhalte sehr schnell erläutern. Ich habe selten auf Mailinglisten geschrieben, da dies für mich sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Um das Gespräch aber weiterhin zu führen, habe ich über die Sprechstunde, Twitter, E-Mail und persönlich den Kontakt gesucht. Dies kann aber jeder für sich selbst entscheiden, es gibt kein Ideal. Je einfacher man ansprechbar ist, desto weniger versteckte Konflikte gibt es.

Probleme kommunizieren – Um sich Ärger zu ersparen, sollte die Kommunikation von Problemen möglichst schnell und detailliert erfolgen. Mögliche Gründe für Konflikte, weil die Kommunikation zu schwach war: zu teuer, nützt (in oberflächlicher Betrachtung) zu wenig Personen, Schaden wurde angerichtet, Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, … . Ein Vorstandsmitglied mit dem Talent zur Kommunikation sollte sich also darum Gedanken machen, welche Ängste diese Sachverhalte auslösen können. Es gilt im Team daraufhin die Fakten zusammenzutragen und Probleme zu klären. Dann kann über unterschiedliche Kanäle erklärt werden, warum etwas wie passiert ist. Ist das Problem sehr groß? Dann ist eine Mumblesprechstunde besser. Ist es klein? Dann reicht eine Mail auf der Mailingliste, die dringende Fragen schon beantwortet. Alles Weitere kann bei einer monatlichen Sprechstunde nachgefragt werden.

Absprachen und Verständnis – Wenn es ein Problem gibt, kommen Fragen nicht nur auf eine Person zu. Das ist wichtig. Der Vorstand sollte sich als möglichst großes Team verstehen, da sich Druck und Arbeit dann gleichmäßig verteilen. Die Beantwortung von Fragen kann ebenfalls Druck erzeugen, schließlich sieht die Basis den Vorstand dann in einer Bringschuld. Alle Kollegen sollten also auf dem gleichen Wissensstand sein und das Problem verstehen. Dadurch kommt keine Verwirrung auf, falls unterschiedliche Antworten gegeben werden und alle sind im Bilde.

Gates – Eine Taktik der Journalisten bei Gates ist es, möglichst viele Personen nacheinander anzurufen. Erst den Vorsitzenden, dann die Stellvertreter und dann noch mal den Pressesprecher. Das ist üblich und sollte keinen Druck erzeugen (siehe “Ruhig bleiben”). Zweck ist es, noch eine Information mehr zu erhalten als bei den vorherigen Anrufern. Das Wichtigste ist es also bei presserelevanten Geschehnissen sofort miteinander über die Kommunikation zu sprechen. Was wird gesagt und warum. Dies bedeutet telefonieren, telefonieren, telefonieren. Die Absprache ist das Wichtigste! Auch wenn eine Person zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar ist, muss sie zumindest per SMS oder E-Mail auf dem laufenden gehalten werden.

AG ÖA – Die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit ist insbesondere durch die Pressesprecher aber auch durch die Teammitglieder, das wertvollste Team für die Vorsitzenden. Zunächst ist es wichtig die Struktur zu verstehen. Darum mein dringender Appell an die neuen Vorsitzenden: Arbeitet in der AG ÖA erst mal mit, bevor ihr euch überlegt zu kandidieren! Denn mit diesem Team _müsst_ ihr arbeiten und ihr _müsst_ wissen, was dort wie geschieht und wie die Arbeitsabläufe sind. Sie helfen bei der Kommunikation nach außen und sind gut informiert über das Vorgehen anderer Parteien oder parteiinterner Geschehnisse. Lest auf jeden Fall die Mailingliste und versucht so oft es geht in die Mumblesitzung zu gehen. Wenn nicht, lest das Protokoll. Und haltet immer engen Kontakt mit den Pressesprechern (das kann man gar nicht oft genug sagen!).

Zeitmanagement – Bei den Piraten gibt es weiche Ziele. Darum ist es immer möglich, mehr Zeit zu investieren. Um das zu verhindern, habe ich mir hierfür eine persönliche Strategie aufgebaut. Ich habe zu Beginn der Amtszeit geschaut, wie viel Zeit ich investieren will und kann. Ich habe mir hierfür drei Stunden pro Tag gesetzt, was für mich das Minimum ist. Diese Zeit ist allerdings ausreichend, wenn man eine gewisse Arbeitsdisziplin hat. Wenn ich merkte, ich brauche für private Aktionen oder den Job mehr Zeit, habe ich mir bestimmte Wochentage genommen, die nur für Piraten und nur für Job da sind. Im Vorstand weiß man aber nie, welcher Tag wie voll wird. Also hilft nur eine gute Absprache mit den Kollegen und ein gewisses Maß an Flexibilität. Dann müssen die voreingeteilten Tag getauscht werden.

Es gibt Tage, die platzen aus allen Nähten. Da ist man als Vorstand von früh bis spät gefordert. Es gibt viel zu klären, telefonieren, organisieren, schreiben usw. Diese Tage habe ich ausgeglichen, indem ich mir später einen Tag frei genommen habe. Es ist ungefähr absehbar, was getan werden muss. Wie viele Tickets sind zu bearbeiten? Wann ist die nächste Sprechstunde, was muss ich vorher noch lesen? Durch meinen strengen Zeitplan habe ich wenige Stammtische besucht. Ich würde dem neuen Vorstand empfehlen das möglichst viel zu tun. Gleichzeitig habe ich es aber auch geschafft die meiste Zeit ausgeglichen zu sein und mit viel Spaß meine Arbeit zu machen, ohne Sachen liegen zu lassen.

Wichtig ist einfach zu klären, welche Aufgabe wann erledigt werden muss und wie viel Zeit sie braucht. Basisfragen hab ich gern am Ende einer Vorstandssitzung in “Sonstiges” geklärt, oder auch während der Sprechstunde. Viele Menschen hören die Antwort gleichzeitig, ich lerne etwas (falls ich die Antwort noch nicht wusste) und sie ist zugänglich protokolliert. Das ist ein großes Zeitersparnis.

 

 

Erst bin ich Mensch, dann Pirat.

Verzweiflung – Eingangs habe ich beschrieben, dass ein Vorstand ein wichtiges Zahnrad ist. Durch diese Entscheidungsgewalt wird eine große Erwartungshaltung aufgebaut. Wird diese nicht erfüllt, reagieren manche Menschen in der Basis sehr verzweifelt. Daraus resultieren verschiedene Verhaltensweisen. Oft entsteht dadurch aber auch emotionaler Druck. Es ist wichtig sich davon freizumachen, um seine Arbeit ordentlich erledigen zu können. Auf der anderen Seite sollte diese Arbeit nicht leidenschaftslos erfolgen. Auch wenn negative Reaktionen kommen, muss es eine Taktik geben, damit umzugehen. Vor allem aber darf diese Arbeit niemanden kaputtmachen. Es gilt immer, zuerst ist man Mensch und dann Pirat. Sonst ist diese Arbeit nicht zu bewältigen.

Reflexion - Hab ich gerade Mist gebaut oder gibt es hier gerade ein ganz anderes Problem? Zunächst sollte man sich selbst immer mit Vorwürfen auseinandersetzen. Ist man nicht in der Lage sich selbst zu reflektieren, kann man mit Kollegen oder den betreffenden Menschen über das Problem sprechen. Erst wenn alle Blickwinkel betrachtet sind, kann man anfangen aufzuklären, sich zu entschuldigen oder etwas zu ändern.

Blocken – Bei “Reflexion” habe ich geschrieben, dass man sich der Kritik zunächst annehmen sollte. Es gibt jedoch Fälle, da sollte man das besser nicht tun. Im Laufe meiner Amtszeit habe ich festgestellt, dass mir Leute mit ihren Worten vor allem wehtun möchten. Das sind bestimmte Personen, nicht viele. Aber was sie sagen tut weh, weil es wehtun soll. Manche Menschen legen sich sogar extra Mobbingaccounts zu. Ich habe daher beschlossen: Werde ich wegen etwas angegriffen, was nicht meinen Arbeitsstil betrifft, sondern mein Privatleben, wird geblockt. Meine Energie ist mir zu schade, um mich mobben zu lassen. Damit bin ich bisher gut gefahren.

Hilfe holen – Erfolgt ein persönlicher Angriff, kann man diesen Kampf selbst kämpfen. Man kann sich aber auch Hilfe holen. Durch einen einfachen RT auf Twitter beispielsweise, können die Menschen den Angriff sehen. Bisher wurde mir immer geholfen und ich fühlte mich nicht alleine. Gleichzeitig wurde ich aber auch reflektiert. Sehen das viele Leute genau so, wie der Angreifer? Dann haben sie es mir in anderen Worten gesagt und ich konnte damit arbeiten. Wenn die Verletzung zu tief geht, wird immer geblockt!

Vertraute – Es ist wichtig Menschen zu haben, mit denen man offen sprechen kann. Wie bereits geschrieben, empfehle ich mindestens eine Person im Vorstand. Zu den Kollegen sollte außerdem so viel Vertrauen herrschen, dass man bedenkenlos sagen kann “Ich habe gerade Stress im Job/ mit dem Partner/ in der Familie/ mit der Gesundheit”, sodass kein Eiertanz erfolgen muss, weil man sich eine Zeit lang anders verhält, als sonst. In der Basis sollte man außerdem ebenfalls Freunde haben. Und zwar echte Freunde, keine Speichellecker. Die besten Freunde sagen dir, wenn du etwas falsch gemacht hast. Wenn sie dich nicht verstanden haben. Auch, wenn über dich geredet wird. Sie kritisieren dich und sie helfen dir dabei im Vorstand auf dem Boden zu bleiben.

Neid – Es gibt immer Menschen, die tun wollen, was du tust. Sie machen hinter dir und vor dir Sachen kaputt und inszenieren sich bestmöglich, damit sie beim nächsten Mal dahin gewählt werden, wo du gerade bist. Du kannst nichts dagegen tun, also musst du dich damit abfinden.

Lästereien – Es werden negative Mails hinter dem Rücken des LaVos über seine Arbeit geschrieben. Während dem Mumble kommentieren Menschen auf Twitter deine Arbeit möglichst negativ, ohne dich in den Beitrag mit reinzunehmen. Sobald man im Mumble mit der Sprechstunde fertig ist, wird alles danach noch mal auseinandergenommen. Man bekommt positive Blogkommentare und erfährt zwei Tage später, dass die gleiche Person hinter deinem Rücken erzählen, das es besser sei, du würdest nicht mehr kandidieren. Lästereien sind da. Sie sind üblich, auch wenn sie nicht schön sind. Manchmal versuchen sich die Personen nur Luft zu machen, und wenn man sie später darauf anspricht, lassen sich einige Dinge klären. Manchmal geht es um Böswilligkeiten (siehe “Neid”). Wenn ich dies nicht offen ansprechen möchte, rede ich mit meinen Vertrauten darüber oder gehe dem einfach aus dem Weg. Bei manchen Gedanken ist es besser, sie nicht zu wissen. Einfach, um mit seiner Arbeit noch motiviert weiter machen zu können.

Freizeit und Freunde – Man muss sich neben dem Piratleben noch Freizeitmöglichkeiten schaffen. Es ist wichtig am Wochenende bei Freunden sagen zu können “…aber lasst uns bitte nicht über die Arbeit sprechen.” und damit die Parteiarbeit zu meinen. Denn sobald man in das Amt gewählt wurde, ist das Hobby keines mehr. Es ist Arbeit, es ist Stress, es ist anstrengend und es gibt eine hohe Erwartungshaltung. Nur durch einen guten Ausgleich ist es möglich, das man wieder mit neuem Blickwinkel an die Arbeit gehen kann. Seht die Piratenarbeit einfach als Erweiterung eures normalen Jobs an und nicht als euer Hobby. Das macht euch die Arbeit leichter und ihr habt eine andere Herangehensweise :)

 

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Miau auf dem 29C3

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Verantwortung

Tja, die Sache mit der Politik. Je mehr ich weiß, desto schlimmer wird es. Ich wollte als Teenie keine Politik machen, weil ich das überhaupt nicht verstanden habe. Politiker, das sind alte schreiende Männer und Frauen, die im Fernsehen auf eine Couch sitzen und sich gegenseitig um die Ohren hauen, wie fürchterlich sie die Position der anderen Partei finden. Ich habe das überhaupt nicht verstanden, was wollen die eigentlich? Und sie sitzen dort und schreien sich an, das Thema wird umschifft. Betrifft mich das irgendwie? Nein, denn sie reden miteinander an mir vorbei. Und mal im ernst, ich komm aus dem kleinen Dörfchen Hoisten. Da stehen zur Wahlkampfzeit ein, zwei, drei Tischchen an der Bushaltestelle mit Schirmchen und darauf stehen unterschiedliche Namen der Parteien. Von allen bekam ich zu Ostern ein Ei in die Hand gedrückt. Aber weil ich doch erst 16 war aber noch viel jünger aussah, hat keiner von denen mit mir weiter gesprochen. Danke liebe Altparteien, Chance vertan. In den Jahren darauf hab ich dann einiges mehr verstanden, denn mit Anfang 20 hab ich Nachts mit Farbrollen am Besenstiel NPD-Plakate übermalt.

Politiker sind 2013 noch immer streitende Menschen und ich habe erkannt, es geht vor allem um Geld. Sie drücken noch immer Bürgern Eier in die Hand und schauen an denen vorbei, die nicht in ihr “Beuteschema” passen. Wahlweise servieren sie jetzt auch Currywurst, vielleicht lockt das die “richtigen” an. Aber dieses “Je mehr ich weiß, desto schlimmer wird es.” hört einfach nicht auf. Es ist als hätte sich eine Tür geöffnet und ich kann nie mehr wieder zurück in diese Naivität. Wenn ich mir die Bestandsdatenauskunft anschaue, die vor Kurzem verabschiedet wurde, weiß ich auch nur das es die Spitze des Eisbergs ist. Aber wenigstens eine, die man dem Bürger erklären kann. Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, das durch einige Regierungsparteien verschleiert wird, was um uns herum passiert. Außer es dient dazu den politischen Gegner auszustechen, dann wird plötzlich Klartext gesprochen. Warum sonst wird während großer Fußballspiele ein Rettungsschirm nach dem anderen verabschiedet, der so hoch ist, dass jeder Deutsche, der nicht grad schon betrunken vom Bier oder vom Sieg seiner Mannschaft ist, einen halben Herzinfarkt bekommt?

Was ich tun konnte, um das ein Stück weit zu ändern, hab ich seit Mai 2010 getan. Ich hab mit vielen Piraten und Menschen gesprochen, ich hab mich ermutigen lassen meine Meinung zu sagen. Wegen dem ganzen Zuspruch habe ich viel Zeit und Herzblut investiert und viele harte Kämpfe ausgefochten. Ich hab mich nach einer langen Autofahrt von Andreas Graaf davon überzeugen lassen über ein Vorstandsamt nachzudenken. Während einer weiteren Autofahrt mit Piraten habe ich den Entschluss gefasst das auch zu tun. Ich weiß, ohne den ganzen Zuspruch der letzten Jahre hätte ich das auch nicht gemacht. Denn das ist es doch was eine Partei mit Ehrenamtlern am Laufen hält, der Zuspruch und die Motivation. Die Freiheit sich die Teile aussuchen zu können, die Spaß machen. Dann müssen am Ende doch noch gute Seelen gefunden werden, die aus Verantwortungsgefühl die Bereiche übernehmen die überhaupt keinen Spaß machen aber gemacht werden müssen. Ich habe seit 2010 viel gelernt, vor allem in den letzten zehn Monaten, in denen ich ein Vorstandsamt bekleidet habe. Und ich hab sehr viele Seiten an mir kennengelernt, von denen ich nicht wusste, das sie in mir stecken.

Aber es war bei Weitem nicht alles schön. Ich hatte einen riesigen Streit mit der Werbeagentur, bei der ich damals gearbeitet habe. Unter anderem lag es daran, das ich mich so rasant verändert habe. Denn die Piraten haben etwas in mir geweckt, was eh schon tief in mir geschlummert hat. Dieser Streit hat mich sehr zermürbt und doch hab ich nun schon ein Portfolio an Kunden, die manche Grafiker ihr ganzes Leben nicht betreuen werden. Heute würde ich diesen Job nicht mehr machen und für manche dieser Kunden nicht mehr arbeiten. Erst durch meine Freunde aus dem Hackerspace fNordeingang habe ich gemerkt, dass ich dort kaputt gegangen bin. Warum hab ich das gemacht? Weil ich mich der Zuspruch und die Verantwortung angespornt haben. Riesige Projekte stemmen, zum Teil alleine! Dieses Gefühl hat mich sogar vergessen lassen, was das für Unternehmen sind, für die ich da arbeite. Es ist wie ein Droge, ich kann es nicht beschreiben. Irgendwann ging es nur noch an meine Substanz. Ich musste natürlich auch Geld verdienen, um mein Studium zu finanzieren und um Piratenarbeit zu machen.

Aber habe ich mein Studium gemacht? Mehr schlecht als Recht. Ich bin durch meine Zulassung zum Diplom gerasselt, das war sehr schlimm für mich. Und trotzdem habe ich kurz danach das Vorstandsamt angenommen. Ich mache seit dem einen Job der weniger Zeit braucht und bei dem ich viel weniger verdiene. Dafür arbeite ich doppelt so hart. Ich hab so die Zulassung zum Diplom geschafft und nicht mal genug in mir selbst geruht, um mich wirklich darüber zu freuen. Denn was vor mir lag, war Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Erst Monate später hab ich realisiert, was ich gepackt habe. Und zwar dann, als ich schon in den Diplomvorbereitungen steckte. Ich arbeite auch im Vorstandsamt unheimlich viel, teilweise arbeitete ich für zwei. Und das nur wegen meinem verdammten Verantwortungsgefühl und weil mir dieser Job Spaß macht. Ja, ich steh auf Arbeit und ich hab keine Angst vor Verantwortung. Jeder Stein, der mir im Weg lag, hat mir dabei geholfen wichtige Erfahrungen zu machen, dass ich heute stolz auf mich sein kann so zu sein, wie ich bin.

Aber wer mitgezählt hat wird sehen, dass ich drei Jobs habe und einen der wenig Zeit in Anspruch nimmt, bei dem ich wenig Geld verdiene und der es mir erlaubt Diplom und Vorstandsarbeit zu machen. Dabei ist das ein anspruchsvoller Job, der mir viel Spaß macht. Ich gebe Kindern in einer offenen Ganztagsschule Hausaufgabenhilfe und mache die Nachmittagsbetreuung. Und ich nehme meine Arbeit sehr ernst, es macht mir Spaß dort zu sein aber es erschöpft mich auch. Das ist nichts, was ich auf einer Arschbacke abreiße, weil ich es ernst nehme, das ich dort an der Zukunft von jungen Menschen arbeite. Nächsten Monat wird übrigens noch ein vierter Job hinzukommen, ich werde wieder einen Gimp-Kurs geben. Das ist jede Woche ein Abend, an dem ich nach der Arbeit zur VHS fahre, um Menschen ein freies Grafikprogramm beizubringen und das ist sehr anstrengend weil alle mit völlig unterschiedlichen Vorraussetzungen zum Kurs erscheinen. Ich brauche Geld wie jede/r Andere auch. Ich hab Kosten, ich muss mein Studium bezahlen. Ich hab nicht genug Geld, um meine Freizeit damit zu gestalten. Was übrigens nur daran liegt, dass ich keine Freizeit habe. Ich versuche einen Tag in der Woche freizuhaben, was ich nicht mal regelmäßig schaffe und das zehrt an meinen Nerven.

Ich mache die Arbeit als Vorstand unheimlich gern. Wenn ihr mich fragt “Willst du weiter Landesvorstand bleiben und mit uns den Wahlkampf durchziehen?” sage ich “Nichts lieber als das!” Aber ich packs einfach nicht. Ich kann diese Arbeitsbelastung nicht durchhalten. Ich will keinen Beisitzerposten, ich möchte stv. Vorsitz oder Vorsitz machen. Warum? Weil es dem worauf ich Lust habe am ehesten entspricht. Und jeder, der für lau arbeitet sollte das machen, was ihm Spaß macht. Ich hab einen hohen Anspruch daran, was man als das Dreiergespann der Vorsitzenden machen sollte und ich weiß, unter diesen Vorraussetzungen schaffe ich das nicht. Ich will nicht meine Kollegen im Stich lassen müssen. Es ist auch kein Kompromiss mehr für mich zu sagen “Ich mach mein Diplom, ist ja eh im Juli oder August zu Ende und dann hau ich richtig rein!” Das ist Selbstbetrug. Danach muss es doch weiter gehen, ich muss mir eine Arbeit suchen. Und ich kann auch nicht mehr hören “Mach doch ein Urlaubssemester.”, das ist eine Zumutung, so geht das einfach nicht mehr. Wir können nicht mehr darauf hoffen das Leute ihre Zukunft ruhen lassen oder ihren Job verlieren, weil sie sich für ein Vorstandsamt entschieden haben. Ich sags euch ganz ehrlich: Wärs ein normaler Job für den ich Geld bekomme, ich würde es mit Liebe wieder tun. Selbst wenn es wenig Geld aber eine Lebensgrundlage wäre. Aber das ist nicht der Fall. Ich pack das so nicht und es tut mir in der Seele weh, weil es mir einfach so viel Spaß macht.

Es tut mir leid, wenn ich euch jetzt enttäusche. Ich weiß, ich habe schon in einer Vorstandssitzung gesagt, dass ich weitermachen werde. Aber ich hoffe ihr könnt nachvollziehen, warum das nicht geht. Ich gebe den Hut ab, ich danke euch für die Zeit. Ich muss jetzt wieder mehr Verantwortung für mich übernehmen. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr noch mal, bis dahin fließt noch etwas Wasser den Rhein hinunter :)

Liebe Grüße

Eure Chrissie

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Zwei Fragen an FEMEN Germany

Ich stellte FEMEN letzten Monat über Facebook zwei Fragen, die mich sehr beschäftigt haben und bekam eine zügige Antwort. Es wird keine weitere Wertung von mir geben, ihr könnt euch selbst ein Bild machen:

Hey, ich hab zwei Fragen.

Ist das hier von euch? http://wahremaenner.files.wordpress.com/2013/02/femen-sait-02.jpg

und die zweite Frage, warum ihr das Hakenkreuz benutzt, wenn ihr eigentlich antifaschistisch seid?

Liebe Grüße
Chrissie

Hallo Chrissie,
Danke für dein kritisches Interesse an Femen.
Ja beide Bilder sind von uns. Nicht direkt von FEMEN Germany, aber von FEMEN Ukraine erstellt.
Das erste Bild symbolisiert zum einen die Kastration des Patriarchats und zum anderen das wir Frauen auch “Eier” haben. Wir wollen damit keinesfalls zur Gewalt aufrufen. Es handelt sich dabei um eine überzeichnete und ironische Darstellung unserer Forderungen, dem Patriarchat seine Macht zu nehmen und Frauen mehr rechte zuzusprechen.
Das Hakenkreuz soll unseren Punkt (Sexindustry is facism) visuel zu unterstützen. Wir wollen schockieren um die Bevölkerung wach zu rütteln! Wir provozieren die deutsche Bevölkerung um sie darauf aufmerksam zu machen was vor ihren Augen tagtäglich geschieht. Ohne das es einen Aufschrei gibt. Frauen und Kinder aus Osteuropa werden in unser Land verschleppt um hier gefoltert, missbraucht, und ausgebeutet zu werden um sie, wenn sie “verbraucht” sind wegzuwerfen wie Dreck. Wir wollen Deutschland, das schon einmal weggeschaut hat, wachrütteln und auf diese furchtbaren Geschehnisse aufmerksam zu machen. Wir wollen und können nicht mehr wegschauen! Da die deutsche Bevölkerung aber auf Wörter wie “schlecht” oder “furchtbar” nicht mehr reagiert gebrauchen wir nun härtere Mittel um die Aufmerksamkeit auf dieses reale heute existierende Problem zu richten. Ohne dabei die Opfer unserer Vergangenheit relativieren zu wollen. Wir wollen nicht das sich die Geschichte, wenn auch in einer anderen Form, in Deutschland wiederholt. Wir machen Aufmerksam, damit hinterher niemand sagen kann er hätte von nichts gewusst. Wir wollen nicht das Deutschland erneut Mittelpunkt einer großen Menschrechtsverletzung wird. Wir wollen nicht das Täter ungestraft davon kommen, schlimmer noch, angesehene Mitglieder unserer Gesellschaft sind. Das sind Zustände die für Femen nicht länger hinnehmbar sind! Darum greifen wir zu diesen Mitteln, auch wenn nicht jeder es versteht!
Wir nehmen uns nicht heraus zu beurteilen was schlimmer ist. 6.000.000 Tote in die wir nicht Rückgängig machen können oder 1.000e tägliche Tote die wir verhindern könnten. Wir denken auch nicht das Opfer beschimpft werden wenn man sie mit Opfern der Sexindustrie vergleicht. Wir denken nicht das es eine Schande ist ein Opfer der Sexindustrie zu sein. Wir machen keine Unterschiede zwischen Menschen aufgrund ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit oder ihres Berufes.

Wir hoffen deine Fragen damit beantwortet zu haben.
Liebe Grüße
FEMEN Germany

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Was es nicht alles so gibt…

Was es nicht alles so gibt, dieser Tage…

Dieses Wochenende trifft sich die Servicegruppe Gestaltung der Piraten, die findet ihr auch unter @sggestaltung und die machen tolle Dinge und zwar sehr transparent! Auf dieser Seite sind alle vorläufigen Entwürfe zu sehen, die es von der Servicegruppe bereits gibt. Sie treffen sich am Wochenende in Düsseldorf, um darüber zu sprechen. Dafür haben sie extra eine NRW-Liquid Feedback-Seite eingerichtet damit man darüber abstimmen kann, welcher Entwurf gerade am besten ankommt. Die Entwürfe sind nicht fertig und schon darf man sogar seine Pro- und Kontra-Anregungen dazu geben. Wir haben dadurch die Chance am Design mitzuarbeiten, obwohl viele von uns sogar keine Ahnung von Gestaltung haben. Und trotzdem dürfen wir was dazu sagen, ich finde das sehr toll!

Dann haben wir nächstes Wochenende am 16. Februar im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Düsseldorf den Tag der politischen Arbeit. Und ich zitiere hier einfach aus der Pressemitteilung “Auf dem diesjährigen Tag der politischen Arbeit setzen sich 16 verschiedene Arbeitskreise zu den landes- und kommunalpolitischen Themenschwerpunkten zusammen. So wird sich der AK Wirtschaft & Finanzen gemeinsam mit dem AK Umwelt & Energie auf ein Treffen mit Minister Oettinger zum Thema Energiewende vorbereiten. Im AK Bauen & Verkehr setzen sich die Piraten mit dem ticketlosen ÖPNV und der Stadtentwicklung im Hinblick auf Gentrifizierung und Integration auseinander. Der AK Innenpolitik lädt zu einer Diskussion zum Thema V-Leute in Fussballstadien ein und möchte die innenpolitischen Themen der Landtagsfraktion vorstellen.” Ist das was oder ist das was? Bei unseren Tagen der politischen Arbeit war fast jedes Mal mindestens ein Pressevertreter vor Ort und hat davon berichtet, wie wir inhaltlich arbeiten. Durch diese Diskussion wird das sicherlich ein besonderer Anreiz!

Dann ist am 23. Februar der Internationale Aktionstag für deine Privatsphäre! Es werden einige Piraten teilnehmen, denn es sind viele unserer Themen mit dabei. Oder gar alle? Unschuldsvermutung, INDECT, Vorratsdatenspeicherung, Clean IT, Staatstrojaner, EU-Datenschutzreform und andere Themen. Auf dem laufenden bleibt ihr über https://www.twitter.com/idp2013

Darfs ein bisschen jeck sein? Dann nehmt doch den piratigen Aschermittwoch in Ingolstadt! Den findet ihr auf Twitter auch unter #pam13 und es wird viel zu schmunzeln geben, denn da wird mal richtig ausgeteilt. Und wenn ihr euch mal richtig über die Politiker eurer Partei aufregen wollt, tut das hier!

Am 17. Februar werden sich außerdem die Listenkandidaten aus NRW zu einem offenen Stelldichein im Unperfekthaus treffen und mal überlegen, wie wir das eigentlichanstellen mit dem Öffentlichkeit schaffen und trotzdem mit der Basis zusammen bleiben.

Außerdem trifft sich auch noch die  Piratenpartei Europa in Paris und zwar am 9.2. und 10.2., wo der aktuelle Status der Piraten in Europa besprochen wird. Nicht schlecht, Herr Specht!

 

Zu sowas sollte es eine Welle der Tweets und Beiträge auf allen Kanälen geben, denn DAS ist unsere Arbeit und wir haben alle genug dafür gearbeitet, dass es nicht in Shitstorms unter geht. Macht doch selbst solche Veranstaltungen! Ladet die Presse dazu ein, denn die hat Lust auf motivierte Piraten die sich an gut organisierten Veranstaltungen beteiligen oder sogar selbst welche ausrichten! #WeiterSo

 

UPDATE:

Die Piraten in Niedersachsen wählen am 9./10. Februar ihren neuen Landesvorstand! Es geht weiter in NDS! Infos bekommt ihr sicher über @PiratenNDS

Die jungen Piraten treffen sich außerdem am 9. Februar in Hamburg und halten dort ihre Bezirksversammlung ab. Mehr Informationen gibts hier für euch!

Und dann treffen sich auch noch die belgischen Piraten im Februar aber dazu kann ich leider keinen Link finden…

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Lesegeschenke

Heute möchte ich euch Lesegeschenke empfehlen, Bücher die ich ganz toll fand:

Buntschatten und Fledermäuser ist eines der ersten Bücher, dass ich zum Thema Autismus gelesen habe. Ein guter Einstieg, da Axel Brauns in der Lage ist sich seiner Umgebung mitzuteilen. Dieses autobiografische Buch handelt von seiner Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter. Während er als Kind noch gern “Lichteln” und “Wischeln” spielt, also alles anfassen, an- und ausmachen muss, steht er in seiner Jugend anderen Problemen gegenüber. Wie verhalten sich die anderen Menschen und was glauben sie, was ich tun muss? Das er nicht immer erkennen kann, wie man sich verhält, lernt er spätestens in der Pubertät, als sich eine Klassenkameradin in ihn verliebt.

Das Buch ist sachlich geschrieben aber unterhaltsam, denn Axel bewältigt beispielsweise den Job seines Vaters (Kreuzworträtsel erfinden) so sachlich wie den tot seiner Großmutter (was nur bedeutet, dass es ab heute kein Baiser mehr gibt). Es ist lustig und tragisch aber auf jeden Fall ein gutes Geschenk für Menschen, die über den Tellerrand schauen möchten.

 

 

Ich will kein inmich mehr sein von Birger Sellin war das zweite Buch, das ich über einen Autisten gelesen habe. Im Gegensatz zu Axel Brauns ist Birger schwer autistisch und kann sich nicht ausdrücken. Das Buch schreibt er dank gestützter Kommunikation. Seine Mutter spielt in diesem Buch eine große Rolle und wird genauso mit Wut wie mit Liebe beschrieben. Sie hat bei allen Problemen nicht aufgegeben und Birger durch viel Mut und Durchsetzungsvermögen viele Dinge beibringen können. Wir können die ersten Worte lesen, die Birger jemals geschrieben hat. Aber auch die Reflexion seiner Person in der Gesellschaft. Das Buch ist auf jeden Fall eine gute Lehre im Umgang mit Menschen mit Behinderung, weil es die Welt aus der Sicht eines solchen erklärt.

 

 

Vernetzt euch ist ein Buch für die Leute, die den Internetaktionismus verstehen wollen. Die vielleicht glauben Facebook und Twitter seien nur dazu da zu schreiben, wann man einen Kaffee trinkt. Die wissen möchten, wie man den tunesischen Diktator Ben Ali vertreibt. Dies ist die Sichtweise auf die Revolution aus den Augen der Bloggerin von “A tunesian girl” Lina Bhen Menni. Es ist knapp und verständlich geschrieben, eine absolute Empfehlung!

 

 

Wir sind ja alle aufgeklärt, auch wir Frauen. Wir wissen, wo die Kinder herkommen und wie man ein O.B. benutzt. Verhütung kennen wir und über Sex zu sprechen ist kein Problem. Ist das wirklich so? Und wenn es bei uns so ist, muss es dann bei anderen auch so sein?  Die Vagina-Monologe zeigt die Sicht auf die Vagina in der heutigen Zeit. Das, worüber keiner gern explizit redet, wofür wir noch immer keinen Namen haben (während es für das männliche Genital hunderte gibt), was zwischen unseren Beinen versteckt ist und was manche Frauen gern wegignorieren möchten. Wir erfahren etwas über Aufklärung, über die schönen Seiten aber auch über die schlimmen Dinge. In Zeiten der Beschneidungsdebatte befindet sich auch hierzu ein Kapitel in diesem Buch. Ich empfehle es Frauen die den Mut haben sich noch einmal neu mit ihrer Vagina zu beschäftigen. Also hoffentlich allen!

 

 

Stell dir vor, du bist supertalentiert als Künstler und hast immer wieder tolle Ideen, die sich gut verkaufen. Stell dir vor, du bist außerdem ein guter Kumpel und denkst von niemandem was Böses aber am Ende verarschen dich alle. Und dann stell die vor, du wirst immer arm und reich und arm und reich und… Was kann man da anderes machen, als Deutschlands größter Geldfäscher zu werden? Blütenträume kann mit catch me if you can locker mithalten und ist außerdem noch eine original Kölsche Story. Liest sich gut und ist spannend.

 

 

Ich glaube, ich habe Erdsee gelesen, bevor ich den Herrn der Ringe gesehen habe. In diesem Buch sind alle Geschichten gebündelt und es ist ein mega dicker Schinken. Aber was macht Erdsee so besonders? Wir verfolgen den jungen Zauberer Ged von seiner Kindheit bis ins hohe Alter. Er hat Zauberkräfte doch er wird immer wieder zum Bösen verführt und ringt mit sich selbst. Er geht bis in den Tod und darüber hinaus. Ich finde die Charakterbeschreibung unheimlich spannend. Die Geschichte erschien mir immer wieder endlos und das fand ich besonders gut denn ich hasse es, wenn ein Buch zu Ende geht ;-) Für Fantasyfreunde ein muss!

 

 

Kennt ihr das nicht auch? Ihr schlagt ein Buch auf und spürt, wie es immer mehr zu euch selbst wird. Wie ihr das Buch zuschlagt und die letzten Schritte noch überlegen müsst, was ihr anstelle des Protagonisten getan hättet. Das Buch hat euch gefangen und lässt euch nicht mehr los. Bastian, der Protagonist aus der Unendlichen Geschichte, bekommt auf wundersame Weise ein Buch in die Hände, dessen Seiten leer sind. Bis auf die Ersten. Je weiter er liest, desto mehr füllt es sich und er spürt irgendwann, er schreibt seine eigene Geschichte. Es ist ein Kinderbuch aber es ist sehr spannend geschrieben. Viele Geschichten sind neu, weil sie im Film nicht verarbeitet wurde und die Charaktere werden plötzlich ganz anders. Wenn ihr die Wahl habt, nehmt die Auflage, bei der die Schrift innen blau und grün ist. So findet man sich leichter in den Welten zurecht.

 

 

Ich hab mich totgelacht. Ich bin lange nicht mal über die Hälfte von diesem Buch hinausgekommen, weil ich immer von vorn anfangen muss. Verzeiht diese politische Unkorrektheit aber Der weiße Neger Wumbaba ist ein grandioses Buch. Es handelt von Verhörern und wie die Leute das gehörte interpretieren. Eine Geschichte ist die einer Frau, die das Lied Bochum von Grönemeyer interpretiert “Bochum, ich komm aus dir. Bochum ich häng an dir. Aaaafrikaaa!” hörte diese Dame und erklärte es sich so, dass Bochum im Ruhrpott liegt. Wer aus dem Bergbau kommt, hat nunmal ein schwarzes Gesicht und so fügt sich Afrika Afrika wunderbar in den Text ein. Er singt allerdings “Glück auf!”… Das Buch ist voll von solchen Verhörern und ich lache vor Schadenfreude denn ich versteh auch immer so viel falsch… :) Legt es übrigens nie aufs Klo, die Leute kommen nicht mehr raus…

 

 

Alles hat ein Ende… Hier meine abschließende Buchempfehlung: Menschen gehen aufs Klo, tun Tiere das auch? Was passiert, wenn eine Horde Schafe aufs Klo gehen möchte? Oder eine Giraffe? Geschichten vom Klöchen ist ein kleines und kurzes Buch mit Illustrationen. Eigentlich für Kinder aber auch für Erwachsene geeignet und vertreibt die nächsten 10 Minuten perfekt. Lachen lockert ja auch auf… oderso…

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:D Düsseldorf

Ich weiß nicht, ob ihr es wisst aber Düsseldorf ist die Stadt, in der ich geboren bin. Ich bin übrigens auch Grafikerin. Ich wohne nebenan in Neuss und ich fahre gern rüber. Das letzte Logo der Stadt ist mir nicht sehr bekannt gewesen aber das ist auch nicht schlimm. Das Markenzeichen das Düsseldorf immer in meinem Kopf haben wird ist der Fernsehturm. Vielleicht auch der Medienhafen, wenn er abends schön beleuchtet ist oder die Rheintreppen. Düsseldorf ist eine junge und eine alte Stadt. Es gibt viele Universitäten und Designhochschulen. Dort gibt es Fernsehsender und große Agenturen. Eine von ihnen hat Düsseldorf nun ein neues Logo gegeben.

:D soll das neue Logo von Düsseldorf sein, und da wir nicht den ersten April haben, nehme ich das Ganze einmal ernst. Die Farbe Rot springt ins Auge, das ist okay. Aber was hier getan wurde, war aus dem Anfangsbuchstaben von Düsseldorf ein Emoticon zu machen. Einen Smilie. Und in unserer internetgeprägten Gesellschaft in Deutschland dreht im Geiste sicher jeder Mensch dieses :D um.

Und DAS soll mein Düsseldorf sein? Ronald Mc Donald mit dicken Lippen? Mein Kollege Carsten Bartsch verglich das Logo zu Recht mit Tui, nur dass dort der Markenkern getroffen wurde. Düsseldorf ist die Landeshauptstadt, was unschwer daran zu erkennen ist das sich darin der Landtag befindet. In Düsseldorf werden wichtige politische Entscheidungen getroffen und diskutiert. Und laut Wikipedia “zählt Düsseldorf – neben Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg und München – zu den fünf wichtigsten, global stark verflochtenen Wirtschafts-, Verkehrs-, Kultur- und Politikzentren Deutschlands.” Es gibt mehrere Museen, Hochschulen, Universitäten, Firmen, Theater, Konzerthallen und vieles mehr in Düsseldorf. Diese Stadt hat viele Dichter und Denker angezogen. Sie steht für Bildung, Kultur und Politik. Und das nicht auf eine unangenehme, verstaubte Art, sondern belebt und mit einem Flair das Lust macht zu entdecken.

Es handelt sich nicht um das Logo für eine Social Media Agentur oder eine studentische Grafikklitsche. Eine so wichtige Stadt auf ein Emoticon herunterbrechen zu wollen, wird dem Anspruch einfach nicht gerecht. Ich wünsche mir, dass Düsseldorf seine Entscheidung noch einmal überdenkt.

Bildquelle

Update: 15:08 Uhr

Über Facebook kam dann rein, dass es sich bei dem :Düsseldorf Logo um ein Plagiat handelt. Schauen wir uns das mal genauer an:

Der Vorteil bei dem :Denmark Logo ist ganz eindeutig, dass der Schriftschnitt nicht wie bei der :Düsseldorf-Variante in Black und Hairline ist, sondern dass die Strickstärken zwischen dem D und den restlichen Buchstaben ausgeglichen sind. In der Präsentation des Portfolios steht das :D niemals alleine sondern ausschließlich im Zusammenhang mit dem restlichen Wort. Bei :Düsseldorf ist die restliche Schrift ebenfalls rot und immer auf dem weißen Hintergrund, was weniger lesefreundlich ist als bei der :Denmark-Version.

Alles in allem finde ich es trotzdem nicht gut ein Emoticon mit einem Städte- oder Ländernamen zu verbinden. Die Verknüpfung von Wort und Bild ist bei Paul Schlacter jedoch wesentlich besser gelungen und wirkt in Verbindung mit Farbe und Claim ausgeglichener.

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Entschuldigung

Seit Kurzem arbeite ich wieder mit Kindern zusammen, in einer Grundschule. Früher habe ich in einem Kindergarten gearbeitet. Da waren die Wörter manchmal nicht so gut auszusprechen, weil man sie noch nicht kannte. Heute kennen wir diese Wörter und wissen ihre Bedeutung aber wir sprechen sie nicht mehr aus oder verschließen die Ohren.

Auf dem Schulhof gibt es die ein oder andere Diskussion. Die Kinder streiten sich aber manchmal passiert auch ein Versehen und sie tun sich gegenseitig weh. Manchmal passiert es mit Worten und manchmal körperlich. Wenn sie beispielsweise mit einem Roller gegeneinander fahren oder sich absichtlich hauen. Ich greife immer erst dann ein, wenn ich angesprochen werde. Vorher gehe ich davon aus, dass die Kinder ihre Probleme alleine klären können. Und obwohl sie erst in der Grundschule sind, schaffen sie das auch meistens. Meine Hilfestellung besteht dann meistens nur darin, dass ich herausfinde, wer angefangen hat und darauf warte, bis eine Erkenntnis einsetzt. Das Entschuldigen danach ist nicht mehr so schwer. Manchmal spielen die Kinder sogar bereits wieder miteinander, bevor jedem das Wort über die Lippen gekommen ist.

Ich erkenne, dass es meistens zwei Schuldige gibt. Ein Kind fängt irgendwie an und das andere Kind reagiert darauf. Jetzt wo ich erwachsen bin, ist das nicht mehr ganz so einfach. Ich tue Dinge, ohne dass es einen direkt Bezug zu demjenigen gibt, den ich verletze. Vielleicht passiert es, weil ich schlechte Laune habe oder vielleicht habe ich auch einen guten Grund. Meistens gebe ich mir aber Mühe mich damit auseinanderzusetzen und herauszufinden, warum es dem Gegenüber wehgetan hat. Es ist schließlich meist nicht meine Absicht gewesen. Ich halte mich nicht für boshaft. Aber es scheint etwas passiert zu sein in den letzten 20 Jahren. Und zwar in zwei Richtungen.

Ich erkenne schneller, dass ich etwas Dummes getan habe und akzeptiere das auch. Ich reflektiere darüber, warum das so ist und setze mich mit mir und demjenigen auseinander, den ich verletzt habe. Ich habe daraufhin auch schneller Schuldgefühle und wenn nicht, erkenne ich zumindest das ich jemand anderen verletzt habe und ich nun dran bin mich zu verhalten oder mein Verhalten zukünftig zu ändern. Ich entschuldige mich mittlerweile häufiger. Von einem einfachen “Sorry” über “Es tut mir leid” bis hin zu ganzen Briefen kann ich mich ausdrücken und ich bin froh, dass ich es kann.

Was ich aber oft beobachte, ist das Problem eine Entschuldigung annehmen zu können. Ich sage dann, dass es mir leidtut und meistens begründe ich das sogar. Und wenn es nur die Entschuldigung ist, diejenige verletzt zu haben. Je älter ich werde, desto schwerer fällt es den Leuten die Entschuldigung anzunehmen. Dieses “Entschuldigung” und dann lässt man die Hand des Gegenüber doch nicht mehr los, weil man sofort spielen geht. Das vermisse ich. Auch an mir selbst, obwohl ich mir Mühe gebe, daran zu arbeiten. Es kann sein, dass wir gar nicht mehr wissen wie es ist eine Entschuldigung anzunehmen. Dass das Verzeihen schwerer wird, wenn wir älter werden, weil die Folgen weitreichender sind. Aber was haben wir davon? Im besten Fall konnte ich der Frau die ich in der Bahn angerempelt haben doch noch zeigen, dass ich sie respektiere und es keine Absicht war. Im schlimmsten Fall verliere ich eine Freundschaft oder sogar eine Liebe. Auch wegen meinem eigenen Stolz.

Ich möchte mich am Schluss noch entschuldigen. Ich habe eine Mail im Namen des Vorstandes geschrieben und rausgeschickt, in der ich einen unangemessenen Ton angeschlagen habe. Es lag daran, dass ich von vielen Seiten angegriffen wurde. Aber nur weil mich 20 Leute angreifen, muss ich nicht Hunderte vor den Kopf stoßen. Vielleicht schreibe ich das nächste Mal etwas zur Reflexion oder ich lese meinen Text einfach noch mal und erkenne, dass ich das bereits getan habe.

Eure Chrissie

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Hallo, ich bin neu hier

Oh, ein neues Gesicht auf dem Stammtisch! Hallo, komm her. Setz dich, wo du willst. Wir haben keine festen Plätze. Ich bin Chrissie, wer bist du? Ach so. Schön, dass du zu uns gefunden hast. Oh, es geht los…

“Willkommen beim Stammtisch der Piraten Neuss. Ich sehe, wir haben neue Gesichter dabei. Dann machen wir am besten erst mal eine kleine Vorstellungsrunde. Wer fängt denn mal an? Hm… Der Daniel!”

So beginnen bei uns Stammtische. Wir haben immer mal wieder neue Leute. Nicht immer klappt es so optimal, dass ein Besucher im direkten Kontakt zu einem Mitglied steht und integriert wird. Was wir allerdings ausnahmslos machen, ist die Vorstellungsrunde. Immer wenn ein neues Gesicht auftaucht, stellen wir uns vor. Das passiert bei fast jedem Termin. Ist die Runde klein, erzählen wir etwas mehr. Ist sie größer, fassen wir uns kurz. Was sagen wir dann? “Hallo, ich bin Chrissie. Ich bin 26 Jahre alt, ich studiere Design und hab noch einen Nebenjob in einer Grundschule und unterrichte außerdem ein Grafikprogramm in der VHS. Ich bin seit Mai 2010 Mitglied. Ich habe keine programmatischen Schwerpunkte, dafür bin ich aber stellvertretende Landesvorsitzende.” Name, Alter, Beruf, Parteieintritt und Arbeitsschwerpunkt. Das ist meistens das Prozedere. Wenn Leute da sind, die bereits Piraten sind, empfiehlt es sich manchmal seinen Internetnamen zu sagen. So erkennt an sich schneller. Das Alter und der Beruf schaffen im besten Falle in Identifikationsgefühl. Die Besucher erkennen, dass es eine Altersspanne von 18 bis 80 gibt. Das baut direkt Berührungsängste ab, vor allem bei älteren Besuchern. Der Beruf zeigt dann sehr schnell auf, dass es sich nicht nur um IT-Mitarbeiter handelt. So können die zwei größten Befürchtungen widerlegt werden. Der Parteieintritt hilft den Besuchern einzuordnen, wie viel Erfahrung die jeweiligen Piraten haben. Toll ist dann die Information des Schwerpunktes.So hat der Besucher vielleicht auf anhieb jemanden gefunden, mit dem er über seine Lieblingsthematik sprechen kann.

Während des Stammtisches müssen die Piraten penibel darauf achten keine Abkürzungen zu verwenden. Eine KMV ist eine Kreismitgliederversammlung. Ein BPT der Bundesparteitag.  Fuuu steht in den meisten Fällen für Schwachsinn usw. Das ist deshalb besonders wichtig, weil sich die neuen Besucher meistens nicht trauen zu fragen.

Während der Pause ist es wichtig, dass der Besucher Kontakt zu anderen Piraten hat. Oft gehen sie direkt zu den Menschen, die sie sympathisch finden. Passiert das nicht, kann es sein das sich der Besucher ignoriert fühlt und dann nicht mehr kommen möchte. Hier sei angemerkt: Wir haben einen straff strukturierten Arbeitsstammtisch. Man kann wenig Privatgespräche führen. Bei anderen Stammtischen ist es lockerer, da kommt das Gespräch schon früher zustande.

Am Ende sollte der Besucher gefragt werden, wie er weiter mitmachen möchte. Hier kann man ihm erklären, wie er die lokale Mailingliste abonniert. Ist er bereits in sozialen Medien vertreten, kann man sich direkt mit ihm verbinden. Dort ist es einfach ihm Hinweise zu geben, wie er Kontakt zu interessanten Persönlichkeiten bekommt. Erklärungen, wem er wie folgen kann, sind dann hilfreich. Einführungen in Twitter oder Mumble sind bei manchen Besuchern unerlässlich aber wichtig. Nach und nach sollten die Medien installiert und erklärt werden. Wenn schließlich alles läuft, ist der Besucher quasi integriert! Sehr interessant sind auch Infostände, vor allem für Neupiraten. Dort sehen sie wie die erfahreneren Piraten Kontakt zu den Bürgern aufnehmen und heikle Themen besprechen. Er kann sich problemlos dazu stellen und zuhören. Er lernt das Programm, unsere Philosophie und die Mentalität kennen und vertreten. Die Infomaterialien liegen natürlich auch gleich aus und so kann man sich alle Positionen in Ruhe durchlesen.

Auf Parteitagen sollte man sich zusammen vorbereiten. Erzählt den Neupiraten, was ihr beispielsweise über Vorstandsbewerber wisst. Welche Anträge sind wichtig und wie bereitet ihr euch auf Parteitage vor? Nehmt die Neupiraten auch mit auf Tage der politischen Arbeit oder erklärt ihnen, wo Events sind. Fahrt wenn möglich zusammen hin und zeigt euch verantwortlich. Sorgt dafür, dass der Neupirat Kontakte knüpft. Je besser ihr eure Aufgabe meistert, desto früher ist der Pirat eigenständig und kann arbeiten oder selbst Projekte initiieren.

Inspiriert wurde mein Beitrag durch @Piratenschlumpf

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