“Faires Urheberrecht” – Analyse von Daniel Neumann (Urheberrechtsautor Piraten)

Liebe Leser,

ich freue mich sehr, dass sich Daniel Neumann ( Twitter @The_DanielSan) das “Fair-Use”-Urheberrecht der CDU genauer angeschaut hat. Er ist der Autor von unserem Urheberrecht, das wir beim letzten Bundesparteitag abgestimmt haben. Vielen vielen Dank dafür. Unseres findet Ihr ganz unten in der letzten Zeile.

 

Das “Fair-Use”-Urheberrecht der CDU

Quelle: http://www.faires-urheberrecht.de/

“Für den fairen Ausgleich der Interessen von Urhebern und Werknutzern.”

(Der komplette Text steht unter cc-by-nc-nd 3.0, daher kann ich nur Auszugsweise zitieren und nicht den Text als Ganzes wiedergeben)

Vor einiger Zeit starteten einige CDU/CSU-Mitglieder eine Initiative mit Leitlinien für ein “faires Urheberrecht”. Was erstmal nicht schlecht klingen muss, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als Flopp. Der Informationsgehalt der Website gliedert sich im Grunde nur in 3 Einzelseiten, die jeweils einen anderen Punkt des sogenanten “fairen” Ausgleichs darstellen möchten. Es folgt eine Gegenüberstellung zu Position der Piratenpartei:

1. Rechtsvereinfachung

Im Grunde Geschwurbel. Die noch konkreteste Aussage bzw. “Forderung” zur Rechtsvereinfachung steht im letzten Absatz, wo es heißt:

“Bei zukünftigen Änderungen des Urheberrechts muss [...] darauf geachtet werden, dass jedermann intuitiv verstehen kann, welche Rechte und Pflichten er hat und welche Grenzen zu beachten sind.”

Tolle Ansage. Respekt. Eine allgemeine Aussage ohne konkret etwas wirklich zu formulieren.

Wir Piraten sind da schon deutlich konkreter bzw. kann ich an dieser Stelle mal genaueres verlauten lassen. :)

Würde man unsere Forderungen, so wie in meinem Papier beschrieben, umsetzen, würde das Gesetz um 63 Paragrahen und mehrere Absätze aus anderen Paragrahen gekürzt werden. Das hätte zur Folge, dass das Gesetz insgesamt um knapp 40% schlanker wäre. Zudem würde knapp die Hälfte aller Querverweise zu anderen Paragraphen entfallen.

Desweiteren vereinfachen wir die Sprache und vereinheitlichen Begriffe, indem wir etwa aufhören eine Unterscheidung zwischen “veröffentlicht” und “erschienen” zu machen, “ausschließlich” nur noch dort verwenden, wo es um ausschließliche Nutzungsrechte geht sowie von einigen Worten, wie “gleichviel” oder “gleichwohl” abrücken, die im normalen Sprachgebrauch doch tendenziell unbekannt und unklar sind.

Wer sich also mit dem Gesetz befassen möchte, wird es nach unserer Reform deutlich einfacher haben.

Zudem kann man eine mögliche bleibende Rechtsunsicherheit für den Konsumenten, durch eine allgemeine, einfach verständliche Regel klarstellen:

- Wer ein Werk erwirbt, darf es auch erstmal nutzen wie er will und möchte. (Vorbehaltlich einer gewerblichen Nutzung)

(Und ja auch wir Piraten gehen davon aus, dass das weiterhin passiert, wenn auch eventuell erst “rückwirkend”)

2. Fair-Use-Prinzip

Man mag zuerst meinen, dass es hier tatsächlich, um einen Interessensausgleich bei der “fairen” Nutzung von Werken gehen könnte, den man ja oft mit dem “Fair-Use-Prinzip” verbindet, schließlich wird nach einer allgemeinen Einleitung immerhin festgehalten:

“Hierbei muss das urheberrechtliche Schrankenmodell neu justiert werden.”

Doch weit gefehlt, wird man doch im Folgenden konkreter:

“Die Kriterien für “Fair Use” sind so zu definieren, dass Gerichte Entscheidungen treffen können, die der Lebenswirklichkeit entsprechen.”

Was das jetzt genau heißen soll und wie diese “Fair Use” aussehen könnte, bleibt jedoch offen.

Auch hier sind wir Piraten konkret: Abschaffung von DRM, Privatkopie und Remixing klar definieren und festschreiben, den Verkauf digitaler Werke ermöglichen, eine unkomplizierte Nutzung für Bildung und Forschung ermöglichen, etc. Dem Konsumenten und der Gesellschaft also die Möglichkeit geben erworbene Werke auch nach Belieben nutzen zu können und von Ihnen profitieren zu können. Zumindest ist das meine Vorstellung von einer “fairen Benutzung”, für erworbenen Werken.

Weiter heißt es:

“Urheber müssen weiterhin leistungsgerecht vergütet werden, aber ein Urheberrecht für das digitale Zeitalter muss auch die berechtigten Interessen der Werknutzer berücksichtigen, um gesellschaftliche Akzeptanz zu erfahren.”

Aha. Wäre es wirklich zuviel verlangt gewesen auch nur ansatzweise zu formulieren, wie denn die Interessen der Nutzer so aussehen? Nun denn. Was die Vergütung der Urheber angeht, so widersprechen wir dort auch nicht. Wir gehen sogar einen Schritt weiter und machen bei unseren Positionen deutlich, dass wir die Urheber selber konkret stärker wollen und ihnen mehr direkte Kontrolle über ihre Werke zukommen lassen wollen, als das bisher oft der Fall ist.

3. Keine Netzsperren

Hier musste ich ja wirklich schmunzeln, da der Aufstieg der Piratenpartei ja auch erst durch das Netzsperrenthema wirklich an Fahrt aufgenommen hat.

Nach dem üblichen einleitendem Allgemeingeschwurbel (Internet als Leitmedium, Informationsquelle, Arbeitsplatz und sozialer Raum) wird es hier erschreckend konkret:

“Genauso absurd ist die Idee, im Falle von Urheberrechtsverletzungen, zeitweise Internetsperren zu verhängen. Der hierin liegende massive Grundrechtseingriff erscheint [...] evident verfassungswidrig.”

Tut mir Leid, aber soll ich das wirklich ernstnehmen? Ausgereichnet hier wird man dermaßen genau und redet wie selberverständlich von “massiven Grundrechtseingriffen”. Natürlich wäre es sehr wünschenswert, wenn einige Leute bei der CDU wirklich aufgewacht sind, aber gerade bei einer politischen Initiative, die sich im Internet darstellt, wo tendenziell mehr piratenaffine Menschen unterwegs sind, kommt mir der Verdacht, man wolle sich hier unserem “Klientel” bedienen.

Man wälzt das Ganze dann noch weiter und genauer aus

“Individuelle Netzsperren sind darüber hinaus technisch und praktisch nicht durchsetzbar”

Und führt dazu sogar noch mehrere Beispiel an, etwa

“Die Sperrung des Internetzugangs kann einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufs- und Forschungsfreiheit darstellen.”

Wie gesagt, ich würde mir wünschen, wenn das alles so ernst gemeint ist. Jedoch kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen, da ich einfach das Gefühl nicht loswerden kann, man wolle mir hier als Pirat einfach nach dem Mund reden.

Im Unklaren zu lassen, wie ein modernes Urheberrecht aussehen könnte, offenlassen, was “Fair-Use” sein könnte, aber Hauptsache gegen Internetsperren sein.

Wie wir Piraten zu Netzsperren stehen, brauche ich glaube icht nicht zu erläutern. ;)

Außer diesen Informationen bzw. einer Meldung vom Oktober 2011, indem diese “Leitlinien” vorgestellt werden, ist auf der Website bisher nichts passiert, weswegen ich das Ganze für mich eben nur als PR verstehen muss und nicht sonderlich ernst nehmen kann.

Es grüßt

Daniel “DanielSan” Neumann (@The DanielSan)

Musiker, Webdesigner, Urheber und Verfasser des aktuellen Beschlusses zum Urheberrecht der Piratenpartei Deutschland (wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf)

Helft NRW Piraten

Liebe Piraten,

ich danke Euch von Herzen für Eure bisherige Unterstützung! Wir bekommen tolle Ratschläge aus anderen Bundesländern. Wir haben die spontane Unterstützung von @300gAufschnitt bekommen, der unseren Stream beim letzten LPT gemacht hat (wohl mit toller Qualität). @7ta und andere kreative Piraten aus ganz Deutschland unterstützen uns bei der Erstellung von Plakaten.

Das ist alles grandios aber wir brauchen noch mehr Hilfe! NRW ist ein Flächenland, wie ihr wisst. Zudem muss man sagen, dass die Dörfer recht konservativ sind. An einigen Stellen fährt hier nur 2x am Tag ein Bus (wenn überhaupt), für Leute die aus dicht besiedelten Städten kommen sicherlich unvorstellbar ;-)

Wir brauchen DICH! und am besten noch Deine Freunde. Was können wir dir bieten? Ein hoch motiviertes NRW-Piratenteam mit guter Laune und dem unbändigen Willen in diesen Landtag einzuziehen. Außerdem Schlafplätze oder auch einen Platz in unseren Gärten, damit du dort dein Zelt aufschlagen kannst. Abends lecker Bier und noch viel mehr nette Leute als die, bei denen du wohnst! Und wenn Zeit ist, gibts sogar Sightseeing ;-)
Wofür brauchen wir Dich? Infostände, Unterstützungsunterschriften sammeln, Briefkästen flyern, Plakate aufhängen, Reverse Graffiti uvm. Verrückte und kluge Aktionen sind erwünscht!

Wenn Ihr also Lust habt zu kommen und uns zu helfen, dann , ruft an, kommt vorbei!

PS: Ich habe zwar kein Bett anzubieten aber einen kleinen Garten. Dort könnt Ihr Euch mit Euerm Zelt einnisten :-) Ich hoffe, ihr mögt Katzen!

Die Kunst des (nicht) kandidierens.

Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken zu den Neuwahlen gemacht, aber wer hat das nicht getan. Ich habe gerade wieder mein Leben geplant, neue Ideen gehabt, was ich als Nächstes machen kann und schon kommt dieser Hammer.
Es gab direkt eine Option mehr in meinem Lebensplan, die ich mir eigentlich erst mal abgeschminkt hatte. Hätte ja auch nochwas gedauert. Aber jetzt Landtag? No way! Ich hab doch schon lange genug mit mir gerungen, erst mal für den Beisitz in NRW zu kandidieren. Und dann kamen plötzlich viele Anfragen, wie es denn mit mir aussieht. Ich solle doch bitte für den Landtag kandidieren, ich sei so fähig und hätte Talent und es wäre eine super Idee, weil man mir vertrauen kann. Das zog dann nach sich, dass ich erst mal damit beschäftigt war, mein Gewissen zu erforschen. Kann ich das mit dem Landtag? Klar kann ich das. Ich hab schon immer alles gekonnt, ich bin Autodidakt. Ich habe das Talent mir mit genug Hirnschmalz alles anzueignen, ich gehe aber auch davon aus ­das es an einer gewissen Grundeinstellung dem Leben gegenüberliegt. Wie oben gesagt, das Leben macht eh, was es will. Dann ist es besser aus jeder Not eine Tugend machen zu können und so habe ich schon viele unterschiedliche Aufgaben mit Bravour gemeistert, die ich mir vorher nicht zugetraut habe.

Warum also nicht kandidieren? Es gibt gewisse Ansprüche, die ich an die Kandidaten stelle. Und da sind einige bei, die ich vorübergehend! nicht erfüllen kann. Ich kann z.B. gar nicht auswendig aus dem NRW-Programm plaudern. Das ist allenfalls Halbwissen aber das wäre ja auch nicht das Problem. Wenn ich das wirklich will, dann lerne ich das Programm auswendig, damit ich jeder Frage in dieser Richtung selbstsicher bestehen kann. Mehr noch, ich würde es nicht nur auswendig wissen, sondern sogar verstehen und Parallelen ziehen können zu anderen Themen. Da wäre mir auch sofort klar, welche Themen mir im Landtag die liebsten wären und vielleicht würde ich ja sogar eins nehmen, das bisher kaum beachtet wurde. Damit würde ich vielleicht meine Chancen erhöhen.
Was ich aber im Moment und auch bis zum 13. Mai nicht kann, ist wieder ein Arbeitstier werden. Ich kann arbeiten wie ein Schwein, ich hau mir auch Nächte um die Ohren. Und ich glaube, die ersten Monate im Landtag werden ein riesiges Arbeitspensum mit sich bringen. Da möchte ich Leute sehen, die davor keine Angst haben und dass auch mitmachen können. Das kann ich aber im Moment unter keinen Umständen. Es geht mir aufgrund der letzten zwei Jahre, in denen ich unglaublich viel und hart gearbeitet habe, nicht besonders gut. Kontinuierliche Stresssituationen kann ich im Moment nicht mit genug Ruhe begegnen. Und auch wenn mir angeboten wurde, ich würde doch auch viel Entlastung bekommen, zuerst muss ich mich selbst sortieren.

Es ist also auch eine Kunst, nicht zu kandidieren. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, das sich jeder Kandidat wenigstens zwei Stunden Zeit nimmt und über sich selbst nachdenkt. Setz Dich bitte hin und werde Dir darüber klar, was erwartest Du von den Leuten im Landtag. Was müssen sie haben, was müssen sie mitbringen? Sei bitte auch kritisch: Sind da Sachen bei, die Du gar nicht leisten kannst? Oder hast Du vielleicht sogar das Gefühl, das Du Dich nicht genug selbst einschätzen kannst? Dann sprich mit jemandem, der Dir nahe steht aber der Dir keinen Honig ums Maul schmieren wird. Bist Du Dir darüber bewusst, wie Deine Arbeit dort aussehen wird? Dann setz Dich im Zweifel mit jemandem zusammen, der Dir das erklärt. Bedenke bitte auch: Wenn Du Dir nicht sicher bist, werden sich 500 Piraten und die Presse mit Dir beschäftigen (müssen), obwohl wir eh kaum genug Zeit für diese wichtige Aufgabe haben.

Was ich von den Fraktionsmitgliedern (also vielleicht von Dir) erwarte: Zunächst einmal gesittetes Verhalten. Bleibt in der Fraktion fair, ihr müsst die Ruhe bewahren. Jeder wird auf Euch schauen. Sucht Euch jemanden, mit dem Ihr über Eure Probleme reden könnt. Einen Freund oder eine Freundin, den Partner oder die Partnerin, vielleicht auch einen Vertrauten, der mit Euch in der Fraktion sitzt. Ein Realitätscheck wird sehr wichtig sein. Ihr müsst Euch auf Shitstorms einstellen und auch mal Leute bei Twitter blocken, die ihr eigentlich sehr nett findet. Einfach nur, damit ihr die nächste Runde übersteht. Und manche von Euch müssen wahrscheinlich Ihr Ego einpacken. Hört auf zu reden, weil ihr Euch selbst gern reden hört. Verkneift Euch Vorträge, die eigentlich nicht mit dem Thema zutun haben. Schluckt witzige kleine Sticheleien runter, die Euern Kollegen vielleicht treffen könnten. Ich wünsche mir eine professionelle Arbeit ohne persönliche Fehden. Ich will Teamwork sehen und wir haben genug Kandidaten, das wir nicht die “Maulaffen” zusammen in den Käfig Landtag setzen müssen.
Vor allem das sehe ich beim Listenkandidat Nummer eins. Bitte lasst uns jemanden suchen, der die Piraten eint und nicht polarisiert. Davon gibt es genug zur Auswahl, die intelligent, kompetent und bestimmt auch medienerfahren sind. Polarisieren darf er nach außen aber nach innen müssen wir uns sicher sein, dass wir alle an einem Strang ziehen. Seid ruhig kritisch bei der Wahl. Hört auf Euer Bauchgefühl. Ist der Kandidat wirklich was für mich oder kommt mir da irgendwas komisch vor? Das ist absolut wichtig, denn hier fängt unsere Basisdemokratie bereits an. Bei einem Gefühl. Das Gefühl, das etwas nicht stimmt und wegen dem wir alle angefangen haben für eine Sache zu kämpfen.

Wir werden schon alles richtig machen, ich zähle auf jeden Einzelnen von uns. Denn was uns eint, sind unsere Visionen und Ideale. Lasst uns rocken, wir schaffen das!

Viele liebe Grüße und bis Samstag,
Eure Chrissie

Wo ist das Problem?

Ich habe in den letzten Tagen ungefähr 10 Blogbeiträge verfasst und wieder gelöscht, in denen es um mein Gefühl als weiblicher Pirat geht. Aber mal im Ernst, ist das Problem nicht ein anderes?

Die Medien wittern das Thema „Es gibt bei den Piraten zu wenig Frauen. Wir beklagen täglich, dass es zu wenig Frauen in den Führungspositionen gibt. Wir sollten dem ganzen auf den Zahn fühlen.“ Und das ist eine gute Intention. Wer wird gefragt? Die Männer. Jedes Mal werden sie gefragt, immer sagen sie die Meinung der Partei. Doch es glaubt ihnen niemand, schließlich stehen die Frauen angeblich unter ihrem Scheffel. Die einzigen die nie gefragt werden sind unsere Frauen. Sie würden die Aussage der männlichen Piraten bestätigen und damit lässt sich nicht so gut Presse machen. Die Presse zerfällt weil sie an vielen Ecken und Enden morsch geworden ist und der Kleber der Skandale soll alles zusammenhalten.

Ob ihr es glauben oder nicht, nach einer von mir durchgeführten Umfrage auf Twitter fühlen sich sehr viele Männer aufgrund dieser Artikel gekränkt, hilflos und zweifeln ob sie nicht doch sexistisch seien. Schließlich wird ihnen das dreimal am Tag durch irgendein ehemalig seriöses Medium vorgeworfen. Was fällt auf? Die männlichen Piraten äußern ihre Gefühle dazu. Etwas, was normalerweise totgeschwiegen wird in unserer Gesellschaft. Haben wir nicht allein dadurch schon einen Fortschritt erreicht der genauso wichtig ist wie selbstbestimmte Frauen? Das unsere Männer nicht diskriminiert werden weil sie ihre Gefühle äußern und Frauen nicht diskriminiert werden weil sie sich nicht zur Wahl stellen möchten? Unsere Parteimitglieder sind selbstbestimmt. Niemand bekommt gesagt was er zutun und er zu lassen hat. Die Aktivitäten der einzelnen richten sich nicht nach den Wünschen der Masse sondern nach ihren eigenen. Wir haben bei den Piraten ein Selbstbewusstsein erlangt, das es jedem ermöglicht sich frei zu entfalten und sich nicht nach äußerlichen Vorgaben richtet.

Ich sehe das Problem also nicht in unserer Partei. Wir sind eine offene Gesellschaft von mindestens 12.000 Mitgliedern. Hinzu kommen alle Piraten, die keinen Mitgliedsantrag unterschrieben haben aber trotzdem mitmachen. Wir schaffen es unsere Philosophie und Ideale umzusetzen, indem wir uns mehr mit Kompetenz und Freiheit auseinandersetzen als mit Geschlechtern. Aber die deutsche Gesellschaft ist noch nicht soweit wie wir. Das müssen wir akzeptieren und wir können daran arbeiten, dass andere Menschen unsere Ideale ebenfalls leben.
Wir müssen darum aufhören uns mit Symptomen aufzuhalten. Wir haben bereits 8,9% der Bürger in Berlin davon überzeugt, dass wir auf den einzelnen achten und wir dem Individuum eine größere Bedeutung beimessen wollen. Wenn wir es schaffen den Menschen mehr Selbstbewusstsein zu geben, zum Beispiel durch Transparenz die die Angst nimmt, freie Bildung oder durch Bürgerbeteiligung, kann sich niemand mehr leicht verunsichern lassen. Wenn unsere Gesellschaft gebildeter, selbstbewusster und selbstbestimmter ist, werden wir es schaffen Vorurteile zu überwinden und uns mit dem wesentlichen beschäftigen.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf und glaube, dass sich unsere Gleichberechtigung nicht im Geschlecht sondern im Individuum niederschlagen wird.

Piratenpartei – ein Sommermächen

In diesen Tagen gibt es viele Artikel zur Piratenpartei. Wir haben gute Chancen in Berlin ins Abgeordnetenhaus zu kommen. Nicht nur die Berliner Piraten arbeiten dafür, auch Piraten aus anderen Bundesländern strömen heran um dort zu helfen. Das fängt beim Plakatieren an und geht weiter über das Verteilen von Kaperbriefen. Auch die Berichte darüber, dass sehr viel Orange auf der Freiheit statt Angst-Demo zu sehen war, ist sicherlich den vielen Helfern geschuldet. Um einen Piraten zu zitieren: “Ich muss nach Berlin reisen! Vielleicht ist es am Ende mein Einsatz der dafür gesorgt hat, dass eine Stimme mehr an uns geht und wir die 5% holen!” Und so denken sicherlich alle, die den weiten Weg auf sich und Urlaub genommen haben.

Die amtierenden Parteien sehen uns mit Skepsis. Frau Künast wollte uns resozialisieren und Klaus Wowereit möchte nicht, dass die Wähler kostbare Stimmen verschenken.

Häufig wird auf unsere Transparenzvorstellungen eingegangen. Es sollte nicht soviel davon geben, schließlich muss die Stadt auch hinter verschlossenen Türen über etwas diskutieren dürfen. Wir sind da anderer Meinung. Wie sich das schlussendlich bewerkstelligen lässt, bleibt abzuwarten.

Die Piratenpartei im Rest von Deutschland ist derzeit ziemlich aus dem Häuschen. Alle schauen nach Berlin und selbst wenn die einzelnen Mitglieder nicht hinfahren können um zu helfen, lassen sie sich hitzige Diskussionen und Kommentare nicht entgehen. Schließlich sind dort die neuen Parteivertreter zu sehen und die müssen beurteilt werden. Jedes gute Interview wird über den grünen Klee gelobt, jedes schlechte muss ausreichend diskutiert und eruiert werden. Es gibt allerdings weniger Lob als Kritik. So sind sie, die Piraten.

Abgekühlt sind jedoch die Anwärter aufs Abgeordnetenhaus. Andeas Baum gab bei seinem ersten Radiointerview eine falsche Telefonnummer an und hatte nur eine kurze Redezeit. Im rbb konnte er nicht genau sagen, wie hoch die Verschuldung von Berlin ist (mittlerweile hat er dafür eine App). Auch seine Argumente schienen nicht ausreichend vorbereitet. Das neue Interview im Spiegel Online zeigt jedoch, dass er durchaus klug argumentieren und die Partei hervorragend vertreten kann. Auch Christopher Lauer schlägt sich mittlerweile sehr gut, der Anspruch an ihn war allerdings von Anfang an etwas höher. Das fanden auch die Medien und haben ihn in der Tagesschau als Spitzenkandidat dargestellt.

Besonders gern berichten die Medien über den geringen Frauenanteil in der Piratenpartei. Nur die liebe Susanne Graf hat sich aufstellen lassen und die fragt anscheinend auch niemand nach einem Interview. Obwohl sie auf der Liste sogar vor Christopher Lauer liegt! Vielleicht hätte sie die richtige Antwort parat. Tapfer wiederholen wir, dass genügend Frauen da sind. Sie möchten sich nur nicht aufstellen lassen. Diese Frage muss jedoch trotzdem täglich wieder und wieder beantwortet werden. Dabei genügt doch nur ein Blick auf die Infostände an denen sicher häufig Frauen stehen und wenn es nur interessierte Bürgerinnen sind. Am Ende zählt nicht das Geschlecht, sondern die Kompetenz der Listenkandidaten.

Wo wir bei dem zweiten Lieblingsthema wären, welches zumindest am Anfang häufig aufgegriffen wurde. Mehr Medienkompetenz sei für die Piratenpartei kein Grund sei einen Kandidaten weiter nach vorn zu setzen. Andreas Baum auf Platz 1 und Christopher Lauer auf Platz 10? Sowas scheint man von unserer Partei nicht erwartet zu haben. Aber wir tun eben nicht das, was man von uns erwartet!

Wir geben nicht auf, wir halten an unseren Idealen fest. Und das wird sich auch nicht ändern. Dafür kämpfen wir jeden Tag und zwar vor und nach den Wahlen.

Liebes Deutschland, wir sehen uns am 18. wenn das Mikrofon endlich vor unsere Nase gehalten wird, wir unseren eigenen Balken über 5% haben und wir mit stolz geschwellter Brust sagen können: “Klarmachen zum ändern!”

Trailer zum neuen Spiel der deutschen Bundeswehr

Das neue Computerspiel der Bundeswehr sieht vielversprechend aus. Man kann dort sowohl im Team auf Motorrädern über Autobahnen heizen als auch in der Formation Fallschirmspringen. Tauchen und Steilwandklettern aus der Egoperspektive ist ebenfalls möglich, sowie einen Jet fliegen und ein U-Boot steuern. Ich hoffe, meine Grafikkarte macht das mit.

Jetzt weiß ich zumindest, warum der Bundeswehr auf der Gamescom jedes Jahr ein Platz reserviert wird.

Resozialisieren von Renate Künast in sozialen Netzwerken?

Liebe Piraten und sonstige Freunde,

die Piraten sollen resozialisiert werden, das habe ich jetzt verstanden. Vor allem, nachdem ich einfach nicht ernst genommen wurde auf der Pinnwand von Frau Künasts Facebookprofil :) (Bitte Edit beachten!!)

Edit um 13:50 Uhr: Mein Beitrag ist doch online. Das habe ich aufgrund der neusten Facebookeinstellungen nicht gesehen. Mea culpa. Der Vorwurf des Löschens ist also nicht korrekt. Entschuldigung vielmals.

Liebste Grüße!