Selbstblockade

Ahoi.

Wir haben derzeit ein kleines Problem: Wir sind etwas nervös. Das ist nicht schlimm, gerade ist auch etwas Land unter. Plötzlich ist Landtagswahl in NRW, das Saarland hat bereits grandiose Prozente erzielt und Schleswig Holstein steht auch noch an. Puh! Und das, obwohl wir gerade total mit uns selbst beschäftigt waren. Das sind wir ja eh, denn wir versuchen noch immer mit unseren Wachstumsschmerzen fertig zu werden. Als ich die mal hatte, als Kind, da bin ich nicht zum Arzt gegangen. Eine Freundin hat mir gesagt “Aushalten, durchstrecken und entspannen.”

Also gut, ignorieren wir das vielleicht einfach Mal und stürzen uns auf die akuten Aktionen, s.o. Dann passierte aber Folgendes: Die JuPis schrieben uns einen offenen Brief, in dem sie uns gesagt haben, dass wir ein Problem mit sexistischen und rassistischen Äußerungen in der Partei haben.

Ich sage normalerweise Folgendes: Es gibt nur einen Handlungsstrang im Leben. Man kann ihn nicht verändern, er wird immer so stattgefunden haben. Es macht also keinen Sinn, sich die Nerven über Vergangenes zu zermürben. Ich möchte daher einen Vorschlag für die Zukunft machen, der in NRW bei heiklen Themen z.B. super funktioniert:

Eine klare Absprache, damit alle an einem Strang ziehen und wir nicht angreifbar sind!

Klingt simpel und das ist es auch. Es muss EINE Antwort geben, zu jedem unserer zukünftigen Fail-Themen. Diese Antwort muss vom 1. Vorsitzenden, 2. Vorsitzenden, pol. GF, den LaVors usw. gekannt und immer immer immer wieder runtergebetet werden. Die Medien berichten nämlich immer nur über den, der das blödeste sagt und schon werden wir wieder angegriffen. Wenn aber alle das Gleiche sagen, wird das Thema für die Presse uninteressant. Stellt euch das so vor, wie die Römer bei Asterix und Obelix, die mit ihren Schildern immer eine Kugel oder ähnliches gebildet haben :-)

Ansonsten kann ich nur noch die Taktik aus dem Social Media Bereich empfehlen, wenn man mal einen bescheidenen Post mit vielen Negativkommentaren auf seiner Facebookseite hatte: Wir brauchen neue spannendere Inhalte, damit der Mist nach unten und aus dem Blickfeld rutscht. Die Inhalte haben wir ja, also verpacken wir sie ausnahmsweise so, dass sie jeder versteht. Wir verstehen uns gegenseitig super aber unsere Umwelt versteht uns nicht. DAS ist mal was, an dem wir uns länger aufhalten müssen.

Ich möchte betonen, dass das nicht heißt, das der Mist und die Kommentare verschwinden. Wir haben Fehler gemacht, es gibt Probleme in der Partei, über die wir reden müssen und für die wir Lösungen brauchen. Wenn aber die halbe Partei damit beschäftigt ist sich um die Presse und Außendarstellung sowie die Selbstzerfleischung zu kümmern, haben wir keine geistigen Kapazitäten frei, um an wirklichen Lösungen zu arbeiten. Denn das was jeder einzelne von uns Piraten falsch macht: Wir bauschen unsere Probleme immer selbst so sehr auf, das die Presse nicht drüber stolpern muss. Sie wird förmlich angebrüllt “Hier dampft die Kacke!!! Komm gefälligst her und schreib nen Artikel darüber!”

Also bitte entspannt Euch, es ist alles halb so schlimm. Lasst uns wieder zur Ruhe kommen, wir brauchen unsere Energie für wichtigere Dinge. Wir müssen nämlich arbeiten!

Piraten müssen weitermachen!

In den letzten Tagen habe ich mich des öfteren mit Piraten unterhalten. Nicht zuletzt ging es dabei um die Diskussion zwischen Crew und Kreisverband und dem Bedürfnis nach einer Spitze im Kleinsystem.

Das Problem: Mitglieder der Crews können sich anscheinend nicht einigen wer für was ein Ansprechparnter sei. Dies gilt genauso für finanzielle Angelegenheiten, sowie auch für die Pressearbeit. Mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass diese Piraten Vorstandsposten möchten um dann als Kleinpirat aus dem Schneider zu sein. (Sicherlich habe ich bereits auch von unangenehmen Situationen gehört die durch einen KV hätten vermieden werden können)

Eine Schwierigkeit gab es wohl unter anderem bei der Pressearbeit und der Problematik, dass es einen einzelnen Ansprechpartner geben soll. Ich habe bereits mit Maltis einen Presseworkshop in Neuss veranstaltet und dort fanden wir dafür eine Lösung: bestimmt via Mitgliederversammlung eine Person die es sich zutraut eine Pressemitteilung zu schreiben, ihren Namen darauf zu setzen, beim Redakteur anzurufen und für diesen ebenfalls nachsorglich Ansprechpartner zu sein. Es ist aber vorstellbar, dass eine Pressemitteilung durch die “Piraten, Crew XY” rausgegeben wird. Themen um die Presse zu bespaßen findet man ganz einfach in seinem Lokalanzeiger oder in der Tageszeitung. Die Piraten können sich beispielsweise zur Bildungspolitik äussern, dazu warum diese oder jene Entscheidung nicht als Bürgerentscheid getroffen wurde o.ä. Vielleicht wurde ein Thema auch noch nicht von der lokalen Zeitung aufgegriffen, kann aber initiiert werden. Beispielsweise: “Die Piratenpartei in Neuss setzt sich für Freifunk auf dem Marktplatz ein”. Der Inhalt des Artikels kann ein Interview sein in dem zu 95% ausschließlich erklärt wird was Freifunk überhaupt ist.

Wo sind sie also nun die mutigen Piraten, die noch vor wenigen Monaten im Rudel gearbeitet haben und davor ebenso eigenständig? Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass sich die Piraten so daran gewöhnt haben zusammen zu agieren, dass sie jetzt nicht mehr auf ihre  Fähigkeiten als Individuen vertrauen. Aber warum? Ihr braucht keine Angst zu haben euch zu äußern. Die lokale Presse ist unheimlich wichtig! Lasst euch nicht abschrecken und erkundigt euch einfach bei nahegelegenen Crews und Städten wie sie das Thema angehen und holt euch dort Hilfe. Die Piraten müssen wieder in aller Munde und volksnah sein. Veranstaltet doch einfach mal einen Infoabend für die Bürger eurer Stadt in einem Gasthaus anstatt ausschließlich Strassenwahlkampf zu machen und tragt die Themen vor bei denen ihr euch “sattelfest” fühlt.

Die Piraten müssen wieder aktiv werden, Themen müssen auf den Tisch und in die Zeitung. Dass die Presse berichtet “Piraten auf Tauchgang” zeigt für mich nur, dass die Piraten angenommen wurden und auf uns gewartet wird. Wir sind nach vorn geprescht, haben uns mit Themen auseinandergesetzt vor denen die anderen Parteien Angst hatten.

Also klar machen zum ändern… oder Piratenpartei 2.0:


Nazis im Robbenpelz

Hallo liebe Leser, ich wollte euch meinen Lieblingsaufhänger für einen Artikel auf www.pro-deutschland.net nicht vorenthalten.

Pro Deutschland will künftig mehr Geld in Öffentlichkeitsarbeit als in Mitarbeiter investieren. Als Vorbild ziehen sie den positiven Ausgang des Minaretverbots in Köln heran, bei dem mehr Geld in PR investiert wurde. Auch Greenpeace wird als Vergleich herangezogen, ein Dauerauftrag von Pro Deutschland Fans soll die Kassen zum klingeln bringen, das hat schließlich auch schon anderswo geklappt.

Nun bin ich ja eine Servicekatze und möchte euch die erste Hälfte des Artikels ersparen, hier nun die Abschnitte die ich für wichtig halte:

“Konzentrieren wir uns also zunächst auf Berlin. Treiben wir unsere Kampagnen von einem Stadtteil in den nächsten: Einsatz von Direktwerbemitteln durch Verteilung an die Haushalte, Veranstaltungen mit Außenwirkung, Infostände, usw. – Nur auf die unmittelbare Präsenz in der Öffentlichkeit kommt es an!

Bitte werfen Sie einen Blick auf die wichtigste Internetseite, die „Greenpeace“ in deutscher Sprache veröffentlicht, das ist diese hier mit dem Spenden-Dauerauftrag! Die Organisation gibt an, 88 Prozent ihrer Einnahmen in die Öffentlichkeitsarbeit zu investieren. Nur 12 Prozent fließen demnach in Personalkosten, Verwaltung, usw. – Das wäre, falls es stimmt, eine sehr gute, gesunde Quote.

[...]

Auf Dauer werden mehr als 90 Prozent Quote für die reine Öffentlichkeitsarbeit zwar nicht zu halten sein. Aber der Wert wird auch in Zukunft – transparent und überprüfbar – oberhalb von 80 Prozent liegen. So haben wir eine Chance, uns erst in Berlin zu verankern und mit dem Sprung in den Landtag Nägel mit Köpfen zu machen: Pro Deutschland bleibt Bürgerbewegung mit Kampagnenfähigkeit, wird aber endlich auch zu einer parlamentarischen Kraft, die das Parteiengefüge umkrempelt.

Dann kommt Hamburg. Und danach mit Niedersachsen der erste Flächenstaat. (Anmerkung der SuddenGrey: Das klingt nach einer fiesen Drohung! Mein Haushaltstipp s.u.)

Wir müssen jetzt alle personellen und ökonomischen Kräfte auf Berlin konzentrieren. Bitte machen Sie mit in Berlin, falls Sie dazu die Möglichkeit haben! Und falls nicht: Bitte klicken Sie hier (PDF-Datei) und richten Sie für uns einen Dauerauftrag ein! Über solche Daueraufträge sind „Greenpeace“ und „Amnesty International“ groß geworden. Was denen für die Rettung der Pinguine in der Antarktis und die Aufhebung von Todesurteilen für Mörder in den USA und Drogenhändler in China recht ist, sollte uns für die Bewahrung Deutschlands billig sein.” (Anmerkung der SuddenGrey: Alle Links wurden aus Naziunfreundlichkeit entfernt)

So liebe Kinder! Was lernen wir daraus? Pro Deutschland wird in Zukunft auf Öffentlichkeitsarbeit setzen und ihre Plakate noch einen halben Meter höher hängen. Vielleicht auch mit Robbenbabys, man weiß es nicht.

Hier noch ein Haushaltstipp: Wandfarbe und Teleskopfarbroller sind sehr gut geeignet um überdurchschnittlich hohe Decken zu streichen und Flecken abzudecken.

NEU!!! Jetzt auch als Frühstücksbrettchen!!!